Kreuzweg
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Der Kreuzweg in St. Stefan, Gräfelfing
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Es war doch ein längerer Weg, bis der neue Kreuzweg für St. Stefan fertig war. Die gemalten Kreuzwegbilder waren ja als Schülerarbeiten recht gut, aber für eine Kirche auf die Dauer nicht geeignet.
Als ich vom Kunstreferenten der Erzdiözese München, Dr. Jocher, empfohlen wurde, war mir die Situation in Gräfelfing als Kontrabassist im Orchester von Herrn Kuttig längst vertraut. Von meinen bisherigen Auseinandersetzungen mit dem Thema "Kreuzweg" wollte ich für die Gräfelfinger Kirche einen speziellen Entwurf gestalten. Es war erfreulich, dass Herr Pfarrer Schönauer mit seinen Gremien meine ersten Ideenskizzen positiv aufnahm. Es folgten weitere Ausarbeitungen und ein Atelierbesuch.
Vor eineinhalb Jahren konnte ich den Kreuzweg zeichnerisch und mit einem modellierten Relief darstellen. Die Fastenzeit 2009 war für mich die intensive Zeit des Hineindenkens und Gestaltens. Bis zum Sommer waren dann alle Reliefs in der Gießerei Herbich in Gernlinden gegossen.
Der Komponist Gregor Gardemann, der die Reliefs bei mir stehen sah, war durch sie inspiriert und komponierte ein Triptychon mit je 3 Sätzen. Die Komposition kann zur Einweihung aus finanziellen Gründen noch nicht zur Uraufführung kommen.
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Das Erzbischöfliche Ordinariat München gibt aber meine "Nachfolge im Kreuzweg" als Büchlein heraus(*). Ich kann es sehr zum privaten Gebrauch empfehlen.
Die Passion Jesu betend zu meditieren, stellt uns der schmerzhafte Rosenkranz fünf biblische Bildinhalte vor. Daneben gibt es aus einem Nachempfinden heraus fromme Ausschmückungen in 14 Stationen des Kreuzweges.
Ich stelle den Kreuzweg für St. Stefan unter das Thema der "Nachfolge". Er ist strenger auf Evangelientexte bezogen und damit auf acht Reliefs reduziert. Der Weg der Nachfolge beginnt mit Petrus, der uns Eifer und Gefährdung der Nachfolge spiegelt. Nachfolge meine ich immer konkret. So zeigt das Relief mit den weinenden Frauen auch Edith Stein, die ihre "Kreuzeswissenschaften" selbst gelebt hat. "Jesus wird seiner Kleider beraubt" wird aktualisiert mit dem Hinweis: Was ihr anderen getan habt, das habt ihr mir getan. Der Weg führt zur Vollendung - es ist vollbracht - zur neuen Schöpfung im achten Relief. Der Kreuzweg geht in der Steinigung des Stephanus weiter.
Die Bronzetafeln sollen uns zu denken geben, dass wir den Weg mit Jesus mit gehen und ihn uns vertraut machen. Sie sollen uns so in einem Leben aus dem Glauben bestärken.
Franz Hämmerle
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Herr Hämmerle und Weihbischof Siebler (Foto Christoph Schröder, MKZ) |
Dank an alle, die mitgegangen sind |
Es war durchaus ein Wagnis, an einen Kreuzweg für die Pfarrkirche St. Stefan zu denken. Zu lange hatte man sich an die großformatigen farbenprächtigen Bilder gewöhnt, die als Ersatz für einen "richtigen" Kreuzweg vor ca. 30 Jahren von Jugendlichen aus unserer Pfarrei gemalt wurden. In all den langen Jahren schmückten Sie die Südwand unserer Kirche. Dabei waren sie immer als Provisorium gedacht.
Im Frühjahr 2008 waren dann die Überlegungen in der Kirchenverwaltung so weit gediehen, dass es zu einem Entschluss kam: Ein neuer Kreuzweg soll auf den Weg gebracht werden. Auch der Pfarrgemeinderat stellte sich entschieden hinter das Vorhaben. Im Nachhinein ist dem Kunstreferenten der Erzdiözese Herrn Dr. Peter Jocher großer Dank auszusprechen, dass er uns nachdem die ursprüngliche Idee eines Wettbewerbs wieder verworfen wurde mit dem Künstler Franz Hämmerle in Verbindung brachte, dem diese Aufgabe zuzutrauen wäre.
Nach einer längeren Phase des Kennenlernens und Vertrautwerdens, nach Besuchen im Atelier des Künstlers, nach einer Vorstellung des Konzepts in der Pfarrgemeinde und einer gemeinsamen Sitzung von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung wurde am 11. März 2009 der Auftrag an Franz Hämmerle vergeben. |
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Jetzt nach Vollendung des Werkes gilt es allen zu danken, die sich auf diesen "Kreuzweg" eingelassen haben und mitgegangen sind: den pfarrlichen Gremien, vor allem unserem Kirchenpfleger Horst Juppe, der sich sehr persönlich und engagiert um diese Aufgabe und ihre Verwirklichung annahm. Großer Dank und ein herzliches Vergelt's Gott sei allen gesagt, die durch kleinere und größere (und ganz große) Spenden beigetragen haben, dass wir uns nun über einen neuen Kreuzweg freuen dürfen. Manche haben schon dafür gespendet, als noch gar kein Drandenken war, dass es eines Tages noch dazu kommen würde. Eine aus unseren diesjährigen Erstkommunionfamilien hat sogar die gesamten Kosten für eines der acht Reliefs übernommen. Allen, die gespendet haben, sei wirklich von Herzen gedankt.
Zum Schluss Danke an den Schöpfer des Kreuzwegs, den Bildhauer Franz Hämmerle, der auch die Texte verfasste, die in einem wunderschönen Heft zum neuen Kreuzweg in St. Stefan Gräfelfing erschienen sind(*). Mögen viele Generationen von Christen in der Betrachtung des Leidenswegs Jesu Ermutigung und Kraft, Trost und Hoffnung für ihren eigenen Lebensweg empfangen.
Pfarrer Anton Schönauer
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(*) Die Broschüre ist im
Pfarramt St. Stefan wie auch in der Sakristei (nach den Gottesdiensten) erhältlich und kostet 8,- .
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